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Mit dem Personenzug in die Berge

Heute geht es mit dem Zug in die Berge. Es ist Wochenende und wir haben "Glück", dass die Freunde des Vereins "Sächsischer Rollwagen" mal wieder ihre Lok aus dem Schuppen geholt haben und der Diesellok die Arbeit abnehmen.

Unser Zug steht schon bereit, muss aber noch warten bis der Gegenzug die Nebenstrecke herunter kommt. Jetzt in der Mittagszeit genügt ein zweiteiliger Schienenbus, der wenig später nach Gleis 1 einfährt. In der Zwischenzeit kann der Heizer noch ein wenig "Dampf kochen".

Dann geht's los. Die Lok holt ordentlich Schwung und schon windet sich der Zug um das Stellwerk herum. Die Hauptstrecke schwenkt nach rechts weg, während wir den Garten des Bahnmeisters umrunden.
Begeistert ist der Gartenfreund nicht, haben doch die "bleeden Rußköppe mit ihrer 38er" schon manchen Kohlebrocken auf seine Laube - und vor allem in seinen Pool gespuckt.

Doch bald tauchen wir in den ersten Wald-Einschnitt und der Ärger ist schnell verflogen.

Die Strecke gewinnt immer mehr an Höhe und obwohl unser Zug nur 4 Wagen hat, klemmen die alten BAG-Dreiachser ganz schön in der Kurve.

Zum Glück sind die Tage dieser alten Rumpelkisten schon gezählt. Aufgebaut auf ehemaligen Länderbahn-Fahrgestellen lässt der Fahrkomfort schon sehr zu wünschen übrig. Nicht umsonst nannte man die Wagen durch ihre schuckelnden Bewegungen und die Haltestange über den Sitzlehnen auch "Genickschuss-Wagen".
Naja und verdreckt sind die Dinger auch schon ziemlich. Sicherlich hat unsere Dampflok daran auch ihren Anteil.

Ein lauter Pfiff vor dem Bahnübergang und eine enge Rechtskurve, hinter der wir den Wanderweg zur Burgruine überqueren.
Normalerweise werden Wanderwege nicht mit einer Warnblinkanlage versehen, aber hier ist es zu gefährlich, auch wenn die Züge nur mit 40km/h aus dem Einschnitt kommen.
So mancher Wanderer, der das Blinklicht und das Klingeln am Warnkreuz ignoriert hatte, musste schon einen Schritt zulegen um noch über die Gleise zu kommen.

Kurz darauf poltern wir über die Stahlträgerbrücke, die den Bahnhof überspannt. Bis dort hinunter rollt unser Zug noch.

Nachdem wir die andere Talseite erreicht haben, hält der Zug im Haltepunkt "Tiefensee".
Hier steigen viele Wanderfreunde aus, um hinunter zum See zu wandern und dort etwas Erholung zu suchen. Auch wir haben den See schon besucht, damals zum Wandertag entlang der Strecke.

Der Haltepunkt liegt in einem Bogen an dessen Ende eine weitere Brücke die Hauptstrecke überquert.

Dann folgt schon das Einfahrsignal von Neustadt und da wir "gerade" ins Gleis 3 einfahren, darf der Lokführer seine alte 38er mit 60km/h den Berg hinabrollen lassen.

Vorbei geht es an der Burgruine, der wir auch schon einen Besuch abstatteten.

Es geht "hurtig zu Tale" und die Bremsklötze kratzen mächtig an den Radreifen. Auf dem Nachbargleis steht schon die 110er bereit, die den Zug hier übernehmen und zurück über die Bergstrecke bringen wird.

Am Bahnsteig 3 steht der dicke Bahnhofsvorsteher Alois Küpperling. Macht der nur seine Pause hier, oder hat er wiedermal einen Grund mit dem Lokpersonal zu meckern? Womöglich nagelt der uns noch'n Ei auf die Schiene?
Na o.k. es waren schon "reichlich sechzig Sachen", mit denen der Zug in den Bahnhof gedonnert ist. Ob er das gesehen hat?

Jedenfalls ist die Lokbesatzung erst einmal froh, dass sie den Zug gut und pünktlich über die Nebenstrecke gebracht hat und nun der Feierabend naht. Auch für uns ist damit die Reise in die Berge zu Ende. War doch 'ne schöne Fahrt, oder?